Ist Glück als Staatsziel möglich? In Bhutan schon …

BlogbeitragGlückalsStaatsziel

 

Hallo liebe Blogleser,

ist Glück als Staatsziel wirklich möglich, wo sonst überall nur das Bruttosozialprodukt und der Profit wichtig ist?

In Bhutan wurde bereits vor mehr als 30 Jahren festgelegt: Nicht Wirtschaftswachstum soll das wichtigste Entwicklungsziel des Landes sein, sondern „Bruttonationalglück“. Diesen Begriff prägte der damals regierende bhutanische König Jigme Singye Wangchuk Anfang der 1970er-Jahre. Gemeint ist: Jeder Mensch in Bhutan soll so glücklich wie möglich leben können; die Regierung soll das ermöglichen und die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Anders als ihm internationale Berater empfahlen, setzte der König zunächst auf den Ausbau des Gesundheits- und Bildungssektors, um seine Untertanen glücklich zu machen – und nicht auf den Bau von Fabriken oder eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung. Damals gab es in ganz Bhutan zwei Ärzte und die Lebenserwartung lag bei unter 40 Jahren. Heute hat sich die Lebenserwartung auf 65,5 Jahren enorm gesteigert. Das Netz von Krankenhäusern und Ärzten ist engmaschig, die Krankenversorgung nach wie vor kostenlos. So gut wie alle jungen Bhutaner gehen zur Schule. 60 Prozent der Bevölkerung können inzwischen lesen und schreiben.

Als Jigme Singye Wangchuk, der vierte König der Dynastie, es sich vor Jahren zum Ziel setzte, nicht das Bruttoinlandsprodukt, sondern das „Bruttoinlandsglück“ als Handelsmaxime heranzuziehen, wurde das im Ausland als utopische Fantasterei belächelt. Mittlerweile ist das Streben nach Glück in der Verfassung verankert: „Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttoinlandsglück ermöglichen.“ Und in Ansätzen gibt es auch Nachahmer des Projekts im Ausland.

Deshalb entwickelten die Bhutaner einen 250-Fragen-Test

Um herauszufinden, was die Menschen glücklich macht, wurde am Centre for Bhutan Studies ein Fragebogen mit 250 Fragen und mehreren hundert weiteren Detailfragen entwickelt. „Haben Sie einen Computer?“, „Gibt es in Ihrem Leben viel Unterhaltung?“, „Wer kümmert sich um Sie, wenn Sie krank sind?“, „Ist die Regierung gut oder nicht?“, „Gibt es Streit im Dorf?“, „Wie lange dauert es zu Fuß, das nächste Spital zu erreichen?“ Mit diesen und vielen weiteren sehr persönlichen Fragen konfrontieren die Glücksforscher etwa 7.000 per Computer ausgewählte Bhutaner.

Die Antworten, die die Beamten erhalten, sind entlarvend ehrlich. Sie drehen sich nicht nur um materielle Werte, sondern auch um persönliche und soziokulturelle Probleme. Die Themen reichen von Politik über Spiritualität, Naturbewusstsein, Gesundheit, Psychologie bis Moral. So erzählt ein Mann von seiner ihn ständig begleitenden Wut, die er als Grund dafür sieht, dass seine Kinder „nicht gut zu mir sind“. Eine Frau sieht es als größtes Glück an, dass in ihrem Dorf ein Handymasten errichtet wurde. Eine andere Frau klagt über ihre Einsamkeit. Auf die Frage, ob sie manchmal daran denke, sich selbst umzubringen, antwortet sie mit Ja.

Oft dreht sich die Frage nach dem Glück um Geld und Landbesitz. Noch viel öfter jedoch, so scheint es, um Gesundheit und den Wunsch nach einer guten Ausbildung für die Kinder. In vielen Fällen sind die Probleme der Befragten profaner Natur: Bauern klagen über zu viele Ratten, die ihre Ernte wegfressen, oder Wildschweine, die nachts die Felder verwüsten.

Buddhistischer Ansatz

Dem Konzept des Bruttonationalglücks liegt die Philosophie des Buddhismus zugrunde, wird in dem Film erklärt. Alle Säulen eines Daches müssen gleich hoch sein. Sind sie es nicht, fällt alles in sich zusammen. Wohlbefinden und Glück wachsen auf einem Geflecht aus materiellen und immateriellen Werten, auf einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Die Auswertung der Antworten soll politischen Entscheidungen als Grundlage dienen, so lautet der Plan.

Im Dienste des Bruttonationalglücks werden aber auch drakonische Maßnahmen erlassen. So hat Bhutan etwa das strengste Anti-Raucher-Gesetz der Welt, um der Bevölkerung beim Loswerden von Süchten zu „helfen“ und so auch das landesweite Glück durchzusetzen. Der Konsum von 200 Zigaretten bzw. äquivalenten Mengen an Tabak pro Monat ist Bürgern von Bhutan gestattet, Tabakkonsum darüber hinaus wird mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet.

Folgende Fragen werfen sich auf:

- Wäre das in Deutschland umsetzbar?

- Wie wäre es mit Glücksschulen?

- Ist weniger Profit und mehr Glück nicht ein Projekt?

Freue mich über eine rege Diskussion!

Mit den besten mentalen Erfolgsgrüssen,
Swen-William Bormann ;-) If you can dream it, you can do it!

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5 thoughts on “Ist Glück als Staatsziel möglich? In Bhutan schon …

    • Hallo Frank Gutknecht,
      wir merken erst was gut war, wenn wir es verloren haben!
      Deshalb kann ab und zu ein Fokuswechsel ganz gut sein, und zeigt uns neue Felder!

      Mit den besten mentalen Erfolgsgrüssen,
      Swen-William Bormann ;-) If you can dream it, you can do it!

  1. Hy! Ich bin gerade über dieses Forum gestolpert da ich das Thema auch super interessant finde und muss mal diesen Tip hierlassen ^^
    Diesen Donnerstag 01.08.2013 kommt ein Kinofilm über das Bruttoinlandsglück raus :) ” What happiness is” sieht richtig fein aus finde ich und finds toll dass auch mal sowas ins Kino kommt :)http://www.whathappinessis.at/ Viel Spass wer ihn auch anschaut!

  2. Pingback: Was bedeutet für Sie Glück? | Mentaltrainer1's Blog

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