Perfektionismus: Ein Muss oder ein Übel?

Hallo liebe Blogleser,

es ist ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Perfektionismus ist meistens ein Zeit- und Potenzialstehler, mit 80% vom Maximum lassen sich dagegen häufig bessere Resultate erreichen, und das auch noch schneller!

Man kennt das auch aus vielen Managementbüchern, das berühmte „Trial and Error“ (Tun und aus Fehlern lernen) – kennen Sie das auch?

Dazu hat sich auch der Bayer-Chef, der seid 21 Monaten am Ruder des Pharmaunternehmen ist, zum Thema Perfektionismus mit einem Witz geäußert:

Zwei Wanderer treffen in den kanadischen Wäldern einen Bären. Der eine Wanderer reagiert sofort, zieht seine schweren Schuhe aus und die Laufschuhe an. „Was soll das denn?“, fragt sein Kumpel. „Damit kommst du auch nicht weit!“ Darauf der andere: „Es reicht schon, dass ich schneller bin als du!“  

Überhaupt wundert sich der Niederländer, der einige Jahre in Amerika arbeitete, immer wieder über die deutsche Mentalität: „In den USA freuen sich alle, wenn ein Projekt zu 80 Prozent gelungen ist. Wenn dagegen in Deutschland ein Projekt 98 Prozent erreicht, fragen sich alle noch, woran es bei den restlichen zwei Prozent hakt.“ 

Es ist ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Manche Menschen verschwenden ihr ganzes Leben bei diesem Versuch. Objektiv betrachtet machen sie vielleicht wirklich seltener Fehler als andere. Aber sie erreichen auch weniger, weil sie viel Zeit dafür aufwenden, potenzielle Malaisen zu vermeiden. Wer vorankommen will – sei es nun persönlich oder unternehmerisch – der muss Entscheidungen treffen: „Einfach tun“. Und die können mitunter falsch sein. Na und?! Kein Unternehmertum ohne Risiko.

Natürlich lassen sich Sachen immer verbessern, optimieren und verändern. Doch was ist der Preis für den Feinschliff? Kann es sein das dann das Produkt oder Dienstleistung möglicherweise schon nicht mehr markttauglich ist?

Nach Vollkommenheit zu streben ist ohnehin vollkommen aussichtslos.

Problematisch wird diese Haltung jedoch da, wo sie in Kompromisslosigkeit mündet. Dort, wo jeder Schritt in immer feinere Teilschritte zerteilt und optimiert wird. Dann hält Perfektionismus auf und mündet in einen Tunnelblick. Die Suche nach Perfektion – sie wird dann zur ewigen Jagd, die niemals endet. Oder sorgt dafür, dass man sich an einmal Erreichtem nicht mehr freuen kann. Egal, was man schafft, es ist nie genug.

Nicht selten wird eine solche Attitüde oft noch flankiert durch Verbissenheit, Kontrollwut, Rechthaberei und viel zu hohen Erwartungen. So entsteht leicht eine Abwärtsspirale aus Streben und Scheitern.

So mancher Perfektionist stellt derart übertriebene Ansprüche nicht nur an sich, sondern auch gleich noch an seine Mitmenschen – an Mitarbeiter, Kollegen, Freunde, den Partner. Wer jedoch beispielsweise als Chef anderen ständig das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein, nur herumnörgelt und nie zufrieden ist, macht sich nicht nur unbeliebt, sondern lähmt auf Dauer das gesamte Unternehmen.

Seit Jahren nimmt der psychische Druck auf Arbeitnehmer in Deutschland zu. Laut einer AOK-Studie haben die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit 1994 um mehr als 80 Prozent zugenommen. Bereits elf Prozent der Krankheitstage gehen auf ihr Konto – nahezu doppelt so viele wie noch Mitte der Neunzigerjahre.

Viel von dem steigenden Druck ist aber auch selbst gemacht. Der dokumentierte Wunsch, alles perfekt machen zu wollen, soll mancher Karriere erst den entscheidenden Kick geben. Solche Leute gelten als engagiert, leistungshungrig und verlässlich. Eigenschaften, die jeder Chef schätzt. Nach der Devise „höher, weiter, schneller“ klettern viele freiwillig ins Hamsterrad, streben nach Superlativen und versuchen sich und anderen etwas zu beweisen.

Überdenken Sie ob manchmal nicht 80% reichen?

Und lassen Sie sich vom Perfektionismus nicht die Freude an der Berufung und dem Leben nehmen 😉

Mit den besten mentalen Erfolgsgrüssen,
Swen-William Bormann 😉 Wenn Du es träumen kannst, dann kannst Du es auch: “Einfach tun”!

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