Blinder Extremkletterer Andy Holzer kennt keine Barrieren

BlogbeitragAndyHolzerblinderBergsteiger

Hallo liebe Blogleser,

heute möchte ich Ihnen von dem blinden Bergsteiger Andy Holzer berichten. Ist das nicht toll, das er blind solche Leistungen bringt? Ich finde das Klasse, und es sucht seines gleichen. Sein Credo: „Das Sehen wird überschätzt.“

Er fühlt und ertastet die Berge – selbst bei minus 38 Grad. Seine Ziele sind die höchsten Gipfel aller Kontinente. Unten im Tal ist ihm alles zu schnell – doch an einer senkrechten Wand gibt es kein Tempo mehr.

Zu diesem Thema hat er auch ein tolles Interview gegeben: „Habe Deine Hände am Fels und begreife die Welt.“

Als Holzer zum ersten Mal in seinem Leben dieses Gefühl hat, ist er acht Jahre alt. Mit seiner Familie zusammen hat er den Spitzkofel bestiegen, ein wuchtiges Felsmassiv in den Lienzer Dolomiten, 2717 Meter hoch. Gewaltig ist das Panorama hier oben, einige der schönsten Berge der Alpen sind zu sehen: im Nordwesten die Venediger-Gruppe, im Nordosten die Großglockner-Gruppe, weiter östlich die Schobergruppe und die nahen Lienzer Dolomiten. Holzer sieht nichts davon an diesem Tag im August 1975. Der Österreicher ist von Geburt an blind.

Bei seinen Vorträgen berichtet erzählt er von seiner ersten Bergtour als kleiner Junge, wo er bei Schnee an einer Felswand entlang kletterte: „Meine Mutter erzählt heute noch von dem unheimlichen Strahlen in meinen Augen, als wir oben ankamen. Und dass ihr damals klar wurde, dass von mir noch einige Bergtouren zu erwarten waren.“ Holzers große blaue Augen strahlen auch, wenn er von seinen heutigen Abenteuern berichtet. Für ihn sind Felswände im siebten Schwierigkeitsgrad kein Problem. Da würde sich manch sehender die Zähne ausbeißen.

Sein Projekt: Die höchsten Gipfel aller Kontinente

Immer öfter wird er für Managementseminare gebucht, der Mann, der das scheinbar Unmögliche möglich macht. Sein derzeitiges „Projekt“ ist, die sieben höchsten Gipfel der Kontinente zu besteigen, die Seven Summits:

Die höchsten Berge der Kontinente:

Mount Everest, 8850 m, Asien

Aconcagua, 6962 m, Südamerika

Mt. McKinley, 6194 m, Nordamerika

Kilimandscharo, 5895 m, Afrika

Elbrus, 5642 m, Europa

Mount Vinson, 4897 m, Antarktis

Carstensz-Pyramide, 4884 m, Indonesien
(lt. Messner-Liste )
oder
Mount Kosciuszko, 2228 m, Australien / Ozeanien (Bass-Liste)

Nur auf den ersten Blick ist Klettern eine Sportart, die ohne Augenlicht absurd erscheint. Denn für Blinde ist ein waagerechter Wanderpfad eine größere Herausforderung als ein steiler Hang. „Ich sehe mit meinen zehn Fingern“, sagt Holzer. „Sobald meine Hände Kontakt mit dem Fels kriegen, habe ich ein Bild der Umgebung.“

Wenn einer der fünf Sinne nicht funktioniert, müssen die anderen vier umso präziser arbeiten. Holzer orientiert sich am Klang der Schritte seiner Mitwanderer und stößt Schnalzlaute aus, um am Echo zu erkennen, wie der Stein um ihn herum aussieht. Wenn Holzer in einer Steilwand hängt, nimmt er manchmal eine Handvoll Sand und wirft sie aus, wie ein Säer auf dem Feld. „Jedes einzelne Körnchen prallt irgendwo auf, der Schall wird reflektiert, und ich kann Entfernung und Höhenabstand berechnen. Dadurch habe ich ein Bild der Umgebung, das so viele Pixel hat, wie ich Sandkörner geworfen habe“, sagt der Österreicher.

Genauso wenig schert sich der gelernte Heilmasseur darum, was ohne Augenlicht nach allgemeiner Einschätzung möglich ist und was nicht. Er besitzt nicht mal einen Blindenstock, kann keine Blindenschrift lesen. Schon als Kind fuhr er Fahrrad und Schlittschuh, mit elf Jahren entdeckte er den Skilanglauf für sich.

Viele werfen ihm vor, leichtfertig sein Leben zu riskieren. Dabei sind für Holzer schroffe Wände am Mount Vinson in der Stille der Antarktis eine weniger feindliche Umgebung als eine laute Straßenkreuzung in der Großstadt. Mit bröckelndem Fels an einer Steilwand im siebten Schwierigkeitsgrad kommt er besser zurecht als mit einem Regal voller Tütensuppen im Supermarkt.

„Ich bin in meinem Leben noch nie einkaufen gegangen“, sagt Holzer, und kurz stockt seine Stimme, er wirkt traurig. Aber nur für einen Moment. „Da steige ich lieber auf einen schönen Berg.“

Wenn Andy Holzer soviel Leidenschaft für etwas aufbringen kann, und für ihn Berge keine Barrieren sind, was sind dann für Sie als Sehende Barrieren?

Also ab jetzt barrierefreies Leben: Im „Denken“ und „Einfach tun„!

Mit den besten mentalen Erfolgsgrüssen,
Swen-William Bormann ;-) Wenn Du es träumen kannst, dann kannst Du es auch: „Einfach tun“!

 

 

 

 

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