Wie eine mentale Dartsmaschine eine Dartslegende in Rente schickte

 

Hallo liebe Blogleser,

als Phil Taylor vor 57 Jahren das Licht der Welt erblickte, wusste er noch nicht das er den Weg aus ganz ärmlichen Verhältnissen zur Dartslegende schaffen würde.

Seine Dartskarriere endete am Neujahrstag 2018 mit einem Debakel und nicht mit seinem 17. Darts-WM-Titel der PDC gegen den früheren Elektriker Rob Cross, der vor einem Jahr noch die Darts WM vom Sofa aus verfolgte (sozusagen von 0 auf 100 in einem Jahr). Mit dem 7:2 im Finale gegen Taylor machte Cross seinen geerdeten Alles-ist-möglich-Traum wahr.

Keiner trainierte mehr und hatte einen größeren Siegeswillen wie Phil THE POWER Taylor – doch Rob Cross THE VOLTAGE sagte sich: Modelling of the exellance – kopiere Erfolgsmodelle von Champions! Er trainierte genauso hart wie Taylor und holte sich einen Mentaltrainer!

Werfen wir nochmal einen Blick auf die Geschichte der Dartslegende: Wenn man überlegt das Taylor heute 30 Rekorde im PDC-Dartszirkus hält, dann ist einfach nur beeindruckend. Obwohl der Start nicht vielversprechend war: Denn er kam aus einer Arbeiterfamilie aus Stoke-on-Trent – einer sehr armen Gegend von England. Seine Eltern konnten sich nur eine sehr kleine Wohnung leisten, wo manchmal die kaputten Fensterscheiben nicht gleich getauscht werden konnten. Stellen wir uns das mal wie jetzt im Winter vor, das ist also sehr brutal und wir können uns das gar nicht vorstellen. Seine Geschwister und er konnten nur Brettspiele und Darts spielen. Sein Vater erkannte früh das er sehr talentiert war, doch da war Darts noch ein Kneipensport ohne Ambitionen zur weltweiten Sportmarke. Also musste er für 70 Pfund in der Woche in der Fabrik hart arbeiten, was ihn immer mehr frustrierte, so dass er mit ein paar Bier immer wieder in der Kneipe am Dartsboard stand um ein auf den anderen Darts zu werfen, um ein bisschen Freude in sein Leben zu bringen.

Eines Tages wurde er durch Zufall von Erik Bristow,der in den 80er Jahren einer der besten Dartsspieler der Welt war. Darts nahm immer mehr an Bedeutung zu und man konnte schon ein gutes Preisgeld verdienen, so dass Erik Bristow 10.000 Pfund in Phil Taylor investierte (um es mit Zinsen zurück zu zahlen), denn er sah da schon sein wahnsinniges Talent. Das ging soweit bis Phil Taylor 1990 als ungesetzter Spieler bis ins Finale mit seinem Mentor Erik Bristow stürmte und ihn mit 6:1 bezwang. Als er mit dem Titel Stolz nach Hause kam, erhoffte er von seinem Vater ein Lob – doch der sagte zu ihm: „Das ist ein Titel, der ist Morgen schon wieder vergessen!“ So erzeugte er erstmal Enttäuschung in seinem Sohn, doch auch eine echte Gier nach Titeln und eine enorme mentale Stärke. Er wahr so nie zufrieden mit sich und strebte immer im Training seine Perfektion zu erreichen. Erstmal würde man sagen: „Was ist der Vater für ein Unmensch“, doch damit machte er ihn zu einer Titelmaschine mit dem größten Siegeswillen aller Zeiten.

Talent wird durch harte Arbeit an die Oberfläche gebracht!

Am Anfang dieses letzten WM-Turniers kam er mehr schlecht als recht gegen Chris Dobey mit einem 3:1 Sieg rein. Der große Druck der auf ihm lastete, damit er den 17. WM-Titel gewinnen würde und er wusste jedes Spiel könnte sein Letztes sein. Außerdem hat er halt nicht mehr die Power, die ihn als junger Spieler auszeichnete. Er sagte schnippisch im TV-Interview dazu: „Die Young Guns hopfen voller Energie wie Kangeroos auf der Bühne, das kann ich nicht mehr! Deshalb muss ich meine Chancen nutzen und die Erfahrungswerte ausspielen!“ Er setzte seinen Weg über Justin Pipe, Gary Anderson und Jamie Lewis bis ins Finale fort!

Halbfinale Cross vs. van Gerwen:

 

 

Doch da kam dieser ehemalige Elektriker Rob Cross und machte ihm einen Strich durch die Rechnung, weil er genauso hart trainierte wie Taylor – vielleicht noch härter. Wenn man sieht das Taylor den ersten WM-Titel gewann als Rob Cross 1990 geboren wurde, dann könnte man große Parallelen sehen. Doch wuchs Rob Cross in normalen Verhältnissen auf und lernte den Job als Elektriker. Er hat eine Familie von 3 Kindern, denen er ein gutes Vorbild sein will. Also sagte er sich: „Wenn ich genauso hart bzw. noch härter wie Phil Taylor trainiere, dann ist alles möglich!“ Bis zum Halbfinale wo er den alten Weltmeister Michael van Gerwen mit 6:5 Sätzen aus dem Rennen geboxt hatte, hatte ihn niemand so richtig auf dem Schirm. Ich erkannte aber schon beim ersten Spiel was für eine fokussierte und mentale Darts Maschine dieser Rob Cross ist. Er lässt sich nicht von den 60°C und der grölenden Menschenmasse aus der Ruhe bringen. Weiterhin hatte er noch nie so viele Interviews geführt wie bei der Darts WM – doch er absolvierte diese in souveräner Manier wie ein Profi.

Cross vs. Taylor im Finale:

 

Jetzt hat er als neuer Weltmeister mit alles ist möglich-Denken und hartem Training die Dartslegende in Rente geschickt. Es ist möglich das er einen ähnlichen Weg geht wie Taylor. Mal schauen ob unsere deutschen Talente, wie Hopp und Münch, mit dem richtigen Training und einem Mentaltrainer auch mal an die Spitze kommen? Doch da muss noch viel Schweiß und Blut beim Training am Dartsboard fließen …! Denn Champions werden nicht mit guter Fernsehpräsenz bei Sport1 geformt …

Mit den besten Siegercoach-Grüssen,

Dein Swen-William😉 Siegen ist kein Zustand sondern ein Prozess!

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